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Die Organisierte Kriminalität hat im ...

... letzten Jahrzehnt ihre Interessen zunehmend auf die internationalen Verbindungen konzentriert und ihre Strukturen diesen durch den Einsatz der neuen Technologien konsequent angepasst. In diesem Rahmen hat die internationale Gemeinschaft ihre (1) Anstrengungen auf immer umfangreichere Formen der Zusammenarbeit ausgerichtet mit dem Ziel, der neuen kriminellen Bedrohung in einem integrierten Kontext mit gemeinsamen Zielen und Aktionen zu begegnen.
Die Waffengattung der Carabinieri hat im Rahmen der Entwicklung der Kooperationspolitik zwischen dem Verteidigungs- und Innenministerium spezifische Initiativen ergriffen, die bei der Auswertung der nationalen Erfahrungen im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität eine Zusammenarbeit mit den anderen nationalen, Militär- und Polizeiorganen gestatten.
Als erstes ist der Erfahrungsaustausch in den Bereichen Ausbildung und Rekrutierung des Personals, Organisation des Dienstes und neue Technologien mit den militärisch verfassten Polizeikräften anderer Staaten intensiviert und die bereits im Jahre 1994 mit der französischen Gendarmerie Nationale und der spanischen Guardia Civil erreichten Vereinbarungen auf die anderen Partner ausgedehnt worden.
So kam es im Oktober 1999 zur Unterzeichnung des FIEP-Abkommens (ein Kurzwort aus den Anfangsbuchstaben der ersten vier Unter-zeich-nerstaaten: Frankreich, Italien, Spanien und Portugal), dem neben der Waffengattung der Carabinieri, der französischen Gendarmerie Nationale, der spanischen Guardia Civil und der portugiesischen Republikanischen Nationalgarde die türkische Gendarmerie, die holländische Koninklijke Marechaussée und die Königliche Gendarmerie Marokkos angehören.
Zur gleichen Zeit wurden bilaterale technische Abkommen mit der rumänischen Gendarmerie, den Militarisierten Truppen für Inneres der Ukraine, den Streitkräften von Katar, der argentinischen Gendarmerie und den chilenischen Carabineros unterzeichnet - stets mit der Perspektive, die Kooperationserfahrungen in Grundausbildung, Ausbildung der Führungs-kräfte, Datensystemen, Öffentlichkeitsarbeit und Beziehungen mit der Öffentlichkeit zu erweitern.
Was die internationale Zusammenarbeit im Polizeibereich anbelangt, hat die Waffengattung der Carabinieri ihre Orientierungslinien in Anlehnung an die vom Innenministerium gemäß § 6 Abs. 1 Buchst. g) des Gesetzes vom 1. April 1981, Nr. 121, erlassenen Weisungen entwickelt.

Fotografische Komposition.Die Tätigkeiten waren vor allem gerichtet auf die Intensivierung des Austauschs von Informationen über auftretende verbrecherische Phänomene, die Feststellung der besten operativen Bekämpfungsverfahren, die Verbreitung der sich als am wirkungsvollsten erwiesenen Ermittlungserfahrungen, sowie die Suche nach Vorschlägen, um die nationalen Gesetzgebungen anzugleichen. Offiziere der Waffengattung nehmen an der Arbeit der Gruppen G8 “Terro-ris-musexperten “ und “Lion“ - Unterabteilung “Law Enforcement“ teil, der vom Durchfüh-rungs-übereinkommen des Vertrags von Schengen bestimmten Arbeitsgruppen für die Entwicklung des Fahndungssystems der Gemeinschaft, sowie an allen Kooperationsaktivitäten der Polizei im Bereich der 3. Säule Justiz und Inneres der Europäischen Union. Die Waffengattung räumt vor allem den Initiativen eine Sonderstellung ein, die vom Europäischen Polizeiamt (Europol) als dem internationalen Organ übernommen wurden, das sich vorrangig mit der Analyse der auftretenden verbrecherischen Phänomene befasst und zunehmend seine Rolle als Zentrum für Daten- und Nachrichtenaustausch zum Sitz für das Studium und die Projektierung effizienter Formen der Zusammenarbeit zwischen den Ermittlungsbehörden der einzelnen Staaten ausbaut.
An diesem wichtigen Sitz für die Zusam-men-arbeit nehmen Offiziere der Carabinieri, die Sonderabteilungen angehören, als „Experten“ an den Projekten des AWF (Analisys Work File) zur  Organisierten Kriminalität und Schleu-serkriminalität bei der illegalen Einwanderung aus Osteuropa teil, sowie an denen zum Terrorismus. Außerdem hat die Operative Sonderabteilung vor kurzem über Europol ein Operationsprojekt unter den Mitgliedstaaten (Member State Operational Project – M.S.O.P.) gestartet, um die internationalen Aspekte einer Ermittlung gegen eine verzweigte Verbrecher-organisation für Menschenhandel (“Operation Sonnenblume 2“) zu entwickeln.
Dieses Verfahren hat es erlaubt, in Echtzeit für Ermittlungen nützliche Informationen auch mit anderen Staaten der Union und den EU-Beitrittsländern auszutauschen sowie die entsprechenden operativen Strategien anzuwenden.
Das angewandte Verfahrensmodell hat in der Substanz die Realisierung der “Joint Teams“, der vereinten Ermittlungsteams, die aus Europol-Personal und Angehörigen der nationalen Polizeikräfte gebildet werden, vorweggenommen, um Ermittlungen gegen Organisationen durchzuführen, die in mehreren EU-Ländern tätig sind. Die Tätigkeit der Waffengattung in der Europol hat sich auch mit der Entsendung eines Verbindungsoffiziers an den italienischen “Desk“ konkretisiert, sowie mit der von zwei Offizieren in den Bereich der Abteilung Analysen und eines Offiziers zur Antiterrorismuszelle (SC5), die der neu eingerichteten "Abteilung Schwere Verbrechen“ angehört.
Carabinieri-Offiziere sind auch in den Verbindungsstellen von Bar (Montenegro) und Tirana (Albanien) im Einsatz, während andere Offiziere als „Experten“ im Kampf gegen den illegalen Drogenhandel in Bolivien, Kolumbien, Marokko, Polen, in der Dominikanischen Republik, in Ungarn und Pakistan Dienst tun. Ebenso sind Interpol-Verbindungsstellen in Peking (China), Sofia (Bulgarien), Athen (Griechenland) und Canberra (Australien) eröffnet und mit Offizieren der Waffengattung besetzt worden. Der Beitrag der Carabinieri zu den in der 3. Säule der Europäischen Union übernommenen Projekten ist auch bei den halbjährlichen Konferenzen der “Task Force der Chefs der europäischen Polizeien“ der Gruppe “Polizei-Kooperation“ und der Gruppe “Terrorismus“ wichtig gewesen, an denen der Generalkommandant der Waffengattung und der Chef der Polizei teilnehmen, sowie bei den zahlreichen themengebundenen Treffen, die von den Gemeinschaftsorganen veranstaltet wurden, um den Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen sowie die Integration zwischen den Polizeien der einzelnen Länder zu fördern.

Fotografische Komposition.Der Einsatz und die Professionalität, mit denen die Waffengattung der Carabinieri allen
internationalen Vereinbarungen nachgekommen ist, haben zuletzt eine formale Anerkennung vonseiten der Europäischen Kommission erfahren, die im Rahmen der Programme “PHARE“, die die Fähigkeit der Kandidatenstaaten für einen EU-Beitritt bewerten sollen, sich unter rechtlichem Profil den Gemeinschaftsbestimmungen in einigen für grundlegend gehaltenen Bereichen anzupassen (unter anderem: Außengrenzkontrolle, Organisation der Polizeikräfte, Kampf gegen die Organisierte und Umweltkriminalität, die Geldwäsche und Korruption) einen ranghohen Offizier der Carabinieri in die Gruppe der Experten berufen hat, die damit beauftragt ist, die Eignung der institutionellen Strukturen Litauens und Lettlands zum Durchführungs-übereinkommen von Schengen zu verifizieren.
Die Waffengattung nimmt ferner an der internationalen Polizei-Kooperation teil, die sich in der Internationalen Kriminalpolizeilichen Organisation IKPO/Interpol entfaltet, und hat besonders eigenes Personal an die Dienststelle für Internationale Polizei-Kooperation abkommandiert, die der Abteilung Öffentliche Sicherheit – Zentraldirektion der Kriminalpolizei untersteht, sowie an das Zentralsekretariat. Die Dienststelle ist in 5 Abteilungen gegliedert: die 2. und 3. sind die entsprechenden italienischen Interpol-Strukturen.
Ein Offizier der Waffengattung ist schließlich im “Europäischen Amt zur Betrugsbekämpfung“ (OLAF) als Abkommandierter Nationaler Experte in der Abteilung Vorbeugung und Bekämpfung der Geldfälschung eingesetzt. Diese Kooperation – auch wenn sie sich in der “1. Säule“ Gemeinschaftspolitiken entfaltet statt in der 3. Justiz und Inneres – erlaubt es, der Europäischen Gemeinschaft die bewährte, von der Waffengattung der Carabinieri im spezifischen Spezialisierungsfeld erworbene Erfahrung zur Verfügung zu stellen.
Besondere Bedeutung kommt schließlich der Kooperation im Rahmen der Arbeitsgruppen ENFSI (European National Forensic Science Institutes) zu, wo die Abteilung Wissenschaftliche Ermittlungen mit den anderen europäischen gerichtstechnischen Instituten in der Erforschung und Erprobung der modernsten wissenschaftlichen Ermittlungsmethoden zusammenarbeitet.